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Durch konsequentes Upcycling von Reststoffen werden aus vermeintlichem Abfall wertvolle, saubere Alternativen gemacht – für einen bewussten Umgang mit unserer Natur.

Die BSE-Krise

Einer der größten Lebensmittelskandale 
der modernen Geschichte

Die BSE-Krise (besser bekannt als „Rinderwahn“) in den 1990er-Jahren war einer der größten Lebensmittelskandale der modernen Geschichte. Als die Wissenschaft bewies, dass die tödliche Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJK) beim Menschen durch den Verzehr von BSE-kontaminiertem Rindfleisch ausgelöst wird, brach das Vertrauen der Verbraucher weltweit zusammen. [1, 2, 3, 4] 

Die Firma LipiTec bearbeitete das BSE-Material mit Wasserstoff, Druck und hohen Temperatur und konnte durch Prof Riesner eine komplette Dekontamination im Jahre 2003 nachweisen.

Es handelte sich um die LipiTec GmbH & Co. KG (aus Thüringen/Deutschland) und das von ihnen entwickelte, patentierte Hydrierungsverfahren. [1, 2, 3] 

Das LipiTec-Verfahren (Thermische Hydrierung) 

Die wissenschaftliche Begleitung durch den renommierten deutschen Prionenforscher Prof. Dr. Detlev Riesner (Universität Düsseldorf) hat ab den Jahren 2003/2004 folgendes bewiesen: [1, 2] 

Die Parameter: Das BSE-Risikomaterial wurde unter Zugabe von elementarem Wasserstoff, einem Druck von mehreren bar und einer hohen Temperatur über einen Zeitraum behandelt. 

Der Effekt auf Prionen: Unter diesen extremen reduzierenden Bedingungen (Wasserstoff-atmosphäre und Hitze) werden nicht nur Fettsäuren gesättigt, sondern die Proteinstruktur der Prionen wird irreversibel denaturiert und chemisch gecrackt. [1] 

Der Nachweis: Prof. Riesner konnte in Validierungsstudien nachweisen, dass nach diesem Prozess keine messbare Rest-Infektiosität mehr vorlag. Es handelte sich um eine lückenlose, vollständige Dekontamination. 

Dieses lipidspezifische Hydrierungsverfahren der Firma LipiTec bot einen enormen Vorteil gegenüber der reinen thermischen Verbrennung, da die behandelten Fette sicher und dekontaminiert in der Industrie (z. B. für technische Öle oder die Oleochemie) weiterverwertet werden konnten, ohne dass eine Gefahr für die Nahrungskette bestand. [1].

Der Nachweis, dass das Hydrierungsverfahren der Firma LipiTec die Prionen tatsächlich zu 100 % unschädlich gemacht hat, galt Anfang der 2000er-Jahre als wissenschaftliche Sensation.

Welche Anwendungsbereiche hatten die LipiTec-Anlagen damals?

Das patentierte Verfahren der LipiTec GmbH stellte während der BSE-Krise einen gewaltigen wirtschaftlichen Durchbruch dar. Vor dieser Erfindung gab es für BSE-Risikomaterial (Kategorie-1- und Kategorie-2-Schlachtabfälle) praktisch nur einen Weg: die extrem teure, energetisch aufwendige Verbrennung in Sondermüllanlagen. [1]

Die LipiTec-Anlagen boten dagegen eine echte Wertschöpfung durch Recycling (Upcycling) und wurden für folgende Kernbereiche konzipiert und eingesetzt.

Erzeugung technischer Industriefette: Durch die thermische Hydrierung entstand am Ende des Prozesses ein hochreines, absolut keim- und prionenfreies, gesättigtes Fett. Dieses wurde als wertvoller Rohstoff an die Oleochemie verkauft.

Gewinnung von Grundstoffen für die Chemieindustrie: Aus den dekontaminierten Fettsäuren wurden technische Öle, Schmierstoffe, Stearine, Grundstoffe für Waschmittel, Kerzen, industrielle Weichmacher sowie Biodiesel hergestellt.

Schließung der Sicherheitslücke im Entsorgungskreislauf: die LipiTec-Technologie garantierte, dass aus ihren Endprodukten absolut kein Risiko einer iatrogenen oder oralen Re-Infektion mehr ausging. Sie machte aus einem hochgefährlichen, teuren Abfallprodukt einen sicheren, gewinnbringenden Industrierohstoff. [1, 2]

Warum Wasserstoff? (Reduktion vs. Oxidation)

Um die extreme Stabilität von Prionen aufzubrechen, muss man ihre chemische Struktur im Kern attackieren. Der Vergleich zwischen Wasserstoff (Reduktion) und Sauerstoff (Oxidation) auf molekularer Ebene verdeutlicht, warum das LipiTec-Verfahren so radikal erfolgreich war.

1. Die Wirkung von Sauerstoff (Oxidation)

Sauerstoff neigt dazu, Elektronen an sich zu ziehen. Bei Proteinen führt eine Oxidation meistens zu einer Modifikation der Aminosäure-Seitenketten (z. B. der Oxidation von Methionin oder der Bildung neuer, stabiler Disulfidbrücken).

Das Problem bei Prionen: Überraschenderweise zeigen Forschungen, dass eine oxidative Umgebung die Fehlfaltung von Prionen-Proteinen unter Umständen sogar begünstigen oder stabilisieren kann.

Die starre, ziehharmonikaartige Beta-Faltblatt-Struktur der Prionen ist ohnehin extrem unempfindlich gegenüber Sauerstoff und normalen Umwelteinflüssen. Eine reine Sauerstoffzufuhr "knackt" das festgeklumpte Proteingerüst daher bei moderaten Drücken nicht. [1, 2]

2. Die Wirkung von Wasserstoff (Das LipiTec-Prinzip der thermischen Hydrierung)

Wasserstoff agiert unter den Bedingungen der Firma LipiTec als ein mächtiges Reduktionsmittel, das eine zerstörerische Kaskade im Prionen-Protein auslöst:

Sprengung der Schwefelbrücken (Disulfidbindungen): Das gesunde wie auch das kranke Prionen-Protein besitzen interne Schwefel-Schwefel-Brücken (Disulfidbrücken), die wie eiserne Querverstrebungen die 3D-Form zusammenhalten.

Der zugeführte elementare Wasserstoff bricht diese Brücken durch Reduktion radikal auf. Die Schwefelatome binden stattdessen an den Wasserstoff, es entstehen Thiolgruppen. Damit verliert das Prion schlagartig sein stabilisierendes "Skelett".

Spaltung der Peptidbindungen (Hydrogenolyse): Unter dem Druck und der hohen thermischen Energie drängen sich die extrem kleinen Wasserstoffatome tief in das dichte, unlösliche Beta-Faltblatt-Gitter des Prions.

Sie greifen die Peptidbindungen an – also die chemischen Brücken, die die Aminosäuren zu einer langen Kette verbinden. Der Wasserstoff lagert sich an diese Bindungsstellen an, spaltet sie auf und zerschneidet das Prion-Protein in winzige Fragmente (Crack-Prozess).

Sättigung und Verflüssigung: Das LipiTec-Verfahren wurde primär für Tierfette eingesetzt. Der Wasserstoff sättigt gleichzeitig die Doppelbindungen der Fettsäuren (vollständige Hydrierung) und überführt das Gemisch in ein hochstabiles, unschädliches technisches Fett.

Zusammenfassung:

Während Sauerstoff die starren Klumpen der Prionen eher intakt lässt oder schlimmstenfalls verfestigt, agiert der heiße, komprimierte Wasserstoff beim LipiTec-Verfahren wie eine chemische Kreissäge.

Er bricht die schützenden Schwefelbrücken auf, spaltet die Proteinkette in harmlose Aminosäuren und zerstört die biologische Infektiosität der Prionen somit endgültig und irreversibel, was Prof. Riesner in seinen Studien lückenlos beweisen konnte.

Die Kooperation zwischen der LipiTec GmbH & Co. KG und der Forschungsgruppe von Prof. Dr. Detlev Riesner an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf war ab 2003 ein Paradebeispiel für den Technologietransfer zwischen Wissenschaft und Industrie.

1. Die Zusammenarbeit: LipiTec & Prof. Riesner

Die Kooperation war strategisch extrem wichtig, da LipiTec eine Technologie besaß, die wirtschaftlich nur dann erfolgreich sein konnte, wenn der Gesetzgeber die behandelten Fette offiziell als „sicher“ einstufte. Dafür brauchte es die weltweit höchste wissenschaftliche Autorität im Bereich der Prionenforschung. [1, 2]

Dieses Zertifikat bescheinigte der LipiTec-Technologie eine Inaktivierungsleistung, die die strengen Anforderungen der EU-Verordnung für Schlachtabfälle der Kategorie 1 (höchste Risikostufe) nicht nur erfüllte, sondern übertraf.

Das Fazit dieser industriellen Symbiose

Die Zusammenarbeit bewies, dass man die Biologie (Prionen) mit der Verfahrenstechnik (Hydrierung) schlagen konnte. LipiTec lieferte die Apparate, Prof. Riesner die biologische Sicherheit, und die Chemieindustrie erhielt einen extrem günstigen, verlässlichen und chemisch hochreinen Rohstoff, der völlig unabhängig von Erdöl oder pflanzlichen Ölen (wie Palmöl) war. [1, 2, 3]

*Quelle
chatgpt.com
9/2026